Württembergischer Schützenverband 1850 e.V.

Eigentlich …

Eigentlich war der Plan mal ein ganz anderer gewesen. Eigentlich. Am 14.03.2020 hätte der Shooty Cup in unserem WSV Schulungszentrum stattfinden sollen. Und eigentlich hätten wir Ende August, im Rahmen der Deutschen Meisterschaft in München, beim Bundesendkampf des Shooty Cups, den nationalen Sieger ermittelt. Eigentlich.  

Leider konnte der Landesendkampf des Shooty Cups nicht wie ursprünglich geplant Mitte März diesen Jahres stattfinden. Denn kurz vor dem geplanten Termin kam der große Lockdown, von dem auch unser Schulungszentrum betroffen war. Also mussten wir den Wettkampf, sowie viele weitere Jugendveranstaltungen schweren Herzens absagen – auf unbestimmte Zeit.

 

Corona und die WSJugend

Wie ihr in den vergangenen Ausgaben der SWDSZ lesen konntet, war die WSJugend nicht untätig während der Corona-Zwangspause. Wir haben uns vielfältig Gedanken gemacht über alles, was in unseren Zuständigkeitsbereich fällt. Und schnell war klar: sobald es weitergehen darf, wird es weitergehen und wir werden versuchen, so viel wie möglich von dem, was ausgefallen ist, nachzuholen.

 

Besser spät, als gar nicht

Shooty Cup 2020 - mit Abstand gutSo war es am 19.09.2020 so weit und wir begrüßten 20 Mannschaften in Ruit, um den Shooty Cup 2020 auf Landesverbandsebene nachzuholen. Begeisterte Gesichter begrüßten uns an diesem sonnigen Spätsommersamstag und man konnte spüren wie glücklich und motiviert unsere Nachwuchsschützen waren, endlich wieder einen Wettkampf schießen zu können.

Wir kümmerten uns um ein umfassendes Hygienekonzept, basierend auf der immer aktuellen Corona-Verordnung, eine kluge Standbelegung und eine entsprechende Hallenlogistik, so dass der erfolgreichen Durchführung dieses Wettkampfes nichts im Wege stand. Er war sozusagen auch eine Art Test für weitere Maßnahmen in Ruit, die noch in diesem Jahr geplant sind.

Alle Sportler mussten sich mit ihrer Begleitperson am Eingang registrieren. Wir hatten hier bereits entsprechende Namensschilder vorbereitet, so dass unsere Sportler eindeutig zu erkennen waren. Mit Ausnahme der aktiven Sportler am Schießstand galt und gilt im gesamten Schulungszentrum die Tragepflicht eines Mund-Nasen-Schutzes, wie er an vielen Orten seit einiger Zeit vorgeschrieben ist.

 

Das Programm

Shooty Cup 2020 - Das Siegerpodest LuftgewehrDer Shooty-Cup ist ein Mannschafts­wettbewerb für die Schülerklasse in den Disziplinen Luftgewehr und Luftpistole. Jede Mannschaft besteht aus zwei Schützen eines Vereins. Die Qualifikation zum Landesendkampf führt über die Vorkämpfe auf Kreis- oder Bezirksebene. Dabei schießt jeder Schütze zwei Wettkämpfe à 20 Schuss, die für die Mannschaftswertung dann addiert werden. Beim Landesendkampf werden die Siegermannschaften über weitere 2 x 20 Schuss ermittelt.

Wir hielten uns an genau dieses Programm und so wurden von jeder Mannschaft jeweils zwei Wettkampfprogramme absolviert. Die Luftgewehrschützen schossen diese auf Zehntel-Wertung, die Luftpistolenschützen auf ganze Ringe. Nach einem spannenden ersten Wettkampf zeichneten sich schon erste Tendenzen ab, doch die Entscheidung brachte natürlich erst der zweite Wettkampf. Hier setzten sich dann die Mannschafften von der Sgi Engstingen – mit den Sportlern Annabelle Lotter und Maren Saup – mit dem Luftgewehr und der SV Vilsingen – mit den Sportlern Michael Dreher und Paul Hopfensitz – mit der Luftpistole durch.

 

Danke

Shooty Cup 2020 - Das Siegerpodest LuftpistoleWir gratulieren allen Siegreichen und bedanken uns bei allen Teilnehmern und ihren Begleitpersonen für die ausnahmslose Einhaltung unserer Hygienemaßnahmen und den reibungslosen Ablauf trotz ungewohnter Einschränkungen. Nur mit Hilfe einer solchen Gemeinschaft mit einem solchen Zusammenhalt, gegenseitiger Rücksichtnahme und dem notwendigen Respekt gegenüber der für uns alle ungewohnten Situation, können wir auch weiterhin Veranstaltungen durchführen und mit Hilfe unseres Sports ein Stück Normalitätsgefühl zurückgeben.

Unser Dank gilt auch allen, die im Vorfeld dieses Projekt unterstützet haben. In erster Linie der Vorstandschaft, die sich in der Klausurtagung im August dafür ausgesprochen hat. Des Weiteren ein großer Dank an Günter Schray, der uns bei der Erstellung und Umsetzung des Hygienekonzepts unterstützt hat und wie immer unser erster Ansprechpartner in allen Fragen war. Zudem möchten wir uns bei dem ganzen Team der Geschäftsstelle bedanken, die bei der Kommunikation mit der Sportschule und mit der Bestellung aller notwendigen Materialien mitgewirkt und an diesem Tag auch in gewohnter Weise für unser leibliches Wohl gesorgt hat.

 

Ergebnisse


Schülersichtung im Rahmen der 2. DSB Sichtung in München

 

Unsere WSV Nachwuchssportler mit Trainer Silvio Meyer in MünchenAm 10.09.2020 ging es für eine kleine Auswahl unserer württembergischen Bogenjugend zur DSB Sichtung Schüler. Tobias Frick, Emil Huber und Finn Roggenstein machten sich zusammen mit ihrem Verbandstrainer Silvio Meyer auf den Weg nach München. Aufgrund der Tatsache, dass dieses Jahr keine Wettkämpfe geschossen werden konnten und somit auch keine Meisterschaften stattfanden, ist es für den Deutschen Schützenbund schwierig, seine Kader zusammenzustellen. So wurde die Entscheidung getroffen, Sichtungsschießen durchzuführen. Der ursprüngliche Plan, das Sichtungsschießen der Schüler im Rahmen des gemeinsamen Trainingslagers des Baden-Württemberg- und des Bayerischen Landeskaders durchzuführen, wurde aufgrund zu geringer Anmeldezahlen aus den Landesverbänden wieder gekippt. Als gelungene Alternative wurden die Schüler nun zur 2. DSB Sichtung der Kadetten, Junioren und Erwachsenen nach München eingeladen. Für die Kleinen war dies eine große Ehre, neben ihren Vorbildern live und hautnah stehen zu dürfen. So entstand auch das eine oder andere Fan-Foto.

 

Tag 1 

Arm-Krafttest LiegestützeDie Ausschreibung des Sichtungsschießens lies auf ein straffes und interessantes Programm schließen. Nach der Begrüßung durch die Bundestrainer und der Einweisung auf der Olympiaschießanlage mit ihrem aktuell gültigen Corona-Hygienekonzept begannen noch am Anreisetag das Training und die Tests. Als erstes wurden von jedem Sportler Technikvideos erstellt. Danach ging es zum IsoMax-Test. Dieser beinhaltet die Ermittlung der maximalen Kraft des einzelnen Schützen in der Auszugsposition. Im Anschluss folgten Rumpf- und Armkrafttests. So verging die Zeit wie im Flug und auch nach dem gemeinsamen Abendessen ging es professionell weiter. Nachwuchsbundestrainer Mark Dellenbach erklärte den Sportlern das Technikleitbild und die Zielsetzung für diesen Lehrgang. Gespannt lauschten die Schüler und ihre Trainer der Ausführung vom Bundestrainer. 

 

 Tag 2

Finn Roggenstein mit Nationalmannschaftsschützin Charline SchwarzAm nächsten Vormittag stand ein gemeinsames Training, ein „Alle ins Gold Test" (AIG-Test) auf dem Programm. 36 Pfeile mussten die Schüler ins Gold schießen. Wer das geschafft hatte, konnte eine Pause machen, die Anderen „mussten" weiter schießen. 

Nach dem Mittagessen und einem weiteren Test, diesmal zum Gleichgewicht, ging es zum offiziellen Training der 2. DSB Sichtung. Inzwischen waren auch fast alle Bundeskaderschützen angereist und nahmen am Training teil. Nach Abschluss des Trainings wartete noch ein spannender Wettkampf auf die Schüler. Je ein Bundeskaderschütze und ein Schüler bildeten eine Mannschaft. Aufgabe war es am Anfang mit vier Pfeilen (je zwei pro Schütze), 33 Ringe zu schießen. So kämpften unsere Nachwuchstalente Finn mit Charline Schwarz, Emil mit Katharina Bauer und Tobias mit Michelle Koppen jeweils als Team um die Plätze. Die Aufgabe wurde in jeder Runde um einen Ring erhöht. Sechs Durchgänge später stand der Sieger des Mini-Turniers fest – Platz 1 ging nach Berlin. Der kleine Wettkampf „Klein und Groß zusammen" hat allen viel Spaß gemacht.

  

 

Tag 3 

Techniktraining mit Junioren Bundestrainer Marc DellenbachDer Samstag begann am Vormittag mit der Qualifikation 1 x 36 Pfeile. Im Anschluss hatten die Schüler die Möglichkeit, in einer gemeinsamen Besprechungsrunde ihre Fragen zum Thema „Was bedeutet es im Bundeskader zu sein?" an die Bundestrainer zu richten. Viele Fragen wurden gestellt: Wie viel muss ich trainieren? Muss ich immer überall mitfahren? Muss ich, um in den Bundeskader zu kommen, an eine Sportschule? Habe ich noch Zeit für meine Freunde? Wenn ich gut schieße, muss ich dann noch Athletik machen? Bekomme ich das Material gestellt? Das Interesse war groß und der Nachwuchs nutzte die Gelegenheit, den Bundestrainern alle Fragen zu stellen, die ihnen auf dem Herzen lagen und diese wurden durchweg gedulgig und ausführlich beantwortet.

  

Tag 4

Am letzten Tag des Sichtungswochenendes schossen die Schüler abermals 36 Pfeile in der Qualifikation und anschließend ein Finale. 

Der Endstand des Wettkampfes war aus württembergischer Sicht sehr erfolgreich:

  • Phil Lüttmerding – Landeskader Hessen
  • Tobias Frick – Verbandskader Württemberg
  • Finn Roggenstein – Verbandskader Württemberg
  • Johan Martinöwitz – Landeskader Berlin 

 

Nach vier Tagen intensivem Bogenschießens, vielen Tests und jeder Menge Informationen kamen Finn, Tobias und Emil zu dem Schluss… es war intensiv, aber es hat auch viel Spaß gemacht. Alle drei Schützen haben sich vorgenommen die Testübungen zu Hause regelmäßig ins Training einzubauen. Ihr Trainer Silvio Meyer war mit den erbrachten Leistungen zufrieden. Einzig der Gleichgewichtstest war aus unserer Sicht nicht ganz objektiv. Hatten doch die WT-Schützen keine Möglichkeiten auf dem genutzten MTF-Balance Board zu trainieren. Um wettbewerbsfähig zu werden muss bei den Kadermaßnahmen intensiv daran gearbeitet. (Antje Hoffman/jh)

Paolo Kunsch mit neuem Compound Weltrekord von 715 RingenUnser WSV Sportler Paolo Kunsch vom SV Weil im Schönbuch hat am vergangenen Wochenende bei der DSB Sichtung Bogen für eine Sensation gesorgt: WELTREKORD mit dem Compound-Bogen bei den Junioren. Mit 715 von 720 möglichen Ringen verbesserte er seinen erst am Vortag selbst geschossenen deutschen Rekord von 707 Ringen nochmals um acht Ringe.

Kunsch hatte bereits im August mit 701 Ringen für einen neuen DSB-Rekord gesorgt, jetzt steigerte er diese Leistung mehrfach. Zunächst schraubte der Deutsche Vizemeister 2019 die Leistung auf 707 Ringe hoch, einen Tag später legte er ein nahezu fehlerfreies 72-er Programm nach. Lediglich fünf (!) Pfeile verfehlten die Zehn – unglaublich. Doch damit nicht genug, auch im Finale zeigte er seine Klasse und schoss bei perfekten 150 Ringen elf Xer. Dies wäre auch ein neuer Weltrekord, es muss nur geklärt werden, ob dies als offizieller Weltrekord anerkannt wird. Der Antrag auf Anerkennung dieser Rekorde wurde vom Deutschen Schützenbund gestellt und muss nun geprüft und bestätigt werden, denn dann steht dieses Traumergebnis auch offiziell in den internationalen Büchern.

 

Wir gratulieren ganz herzlich zu dieser tollen Leistung!


In einem ausführlichen Interview mit dem Deutschen Schützenbund erzählt Paolo Kunsch wie er so stark aus der Corona-Pause herauskam und was die Zahl "715" für Gefühle in ihm auslöst.

 

"Man geht doch nicht auf den Platz und sagt 715 reicht mir, wenn 720 möglich sind! Ich weiß jetzt, wie es sich anfühlt, im Wettkampf in solch einer Region von Ergebnissen unterwegs zu sein und kann daraus nochmal einiges für die Zukunft mitnehmen." Das gesamte Interview zum Lesen finden Sie hier...

Quelle: DSB Presse

hier

 

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