Württembergischer Schützenverband 1850 e.V.

Das Spitzenduell zwischen Céline Goberville SGi Ludwigsburg und Oleg Omelchuk Braunschweiger SGDie Bundesligasaison der Luftgewehr- und Luftpistolenschützen ist am vergangenen Wochenende mit dem großen Finale der jeweils besten vier Nord- und Südmannschaften in Rotenburg an der Fulda zu Ende gegangen. Ein hoch spannendes und intensives Wochenende ist damit vorüber und den Zuschauern bot sich in den zwei Tagen die gesamte Palette menschlicher Emotionen. Von Spitzenleistungen bis zu weiten Ausreißern, von Freude bis Leid, von Jubel bis Tränen, von einem Titelverteidiger bis zu einem Premieresieger.

 

Aus unserem Verbandsgebiet reisten der amtierende Deutscher Mannschaftsmeister der Vorsaison, SGi Ludwigsburg, und der erstmalige Finalist SV Murrhardt-Karnsberg nach Hessen. Als Dritt- und Viertplatzierter der Südliga war schon vorher klar, das Viertelfinale, welches im K.O.-Modus absolviert wird, würde beiden Teams alles abverlangen, denn die Ludwigsburger trafen auf die Braunschweiger SG (2. Platz in der Nordliga) und der SV Murrhardt-Karnsberg auf den SV Kriftel (Nordmeister).

Für die Schützenwelt gab es ein Déjà-Vu: die Begegnung SGi Ludwigsburg gegen die Braunschweiger SG gab es bereits – genau ein Jahr zuvor beim großen Finale um den Mannschaftsmeistertitel der Saison 2018/2019. Damals gingen die Württemberg mit 4:1 als Sieger vom Stand und sicherten sich erstmals in ihrer Vereinsgeschichte den Meisterspiegel. Ein Moment, der den Braunschweigern trotz Rekordfinalteilnahmen bislang verwehrt blieb. Das sollte sich in diesem Jahr ändern. Mit einem stark verjüngten und verstärkten Team absolvierte Braunschweig bereits eine Vorrunde, die ihresgleichen sucht. Kaum einen Einzelpunkt gab das Team ab, erhöhte sogar den Ligarekord auf 1921 Ringe (durchschnittlich: 384,2 Ringe pro Schütze). Sie mussten sich am letzten Wettkampftag der Saison lediglich dem stärksten Kontrahenten SV Kriftel geschlagen geben, weswegen sie „nur“ Platz 2 im Norden belegten. Für die SGi Ludwigsburg, personell ebenfalls verändert, war es hingegen keine ganz so leichte Saison, dennoch gingen sie hochmotiviert an den Stand. In dieser Viertelfinalbegegnung war also schon vorher klar, für einen der Favoriten auf den Titel wird hier bereits Schluss sein und so versprach dieser Wettkampf Hochspannung. Und so war es auch. Das Match war geprägt von ständigen Führungswechseln und ausgeglichenen Partien. Zur Hälfte der Begegnung lagen unsere Ludwigsburger sogar mit 4:1 in Führung, bis Braunschweig zum Endspurt ansetzte und mit geschlossen starker Leistung kaum mehr Ringe lies. Hier konnten die Barockstädter nicht mithalten und verloren am Ende mit 0:5 Punkten – ein Endergebnis, was den dramatischen Verlauf des Wettkampfes nicht widerspiegelt. Für Braunschweig, so viel vorweggenommen, war es der Beginn eines einmaligen Finalverlaufs. Sie holten sich am Ende tatsächlich zum allerersten Mal den Meisterspiegel nach Hause und das, ohne einen einzigen Einzelpunkt abzugeben in Rotenburg an der Fulda. Diese Leistung verdient den höchsten Respekt.

Leo Braun kann im Viertelfinale gegen den SV Kriftel als Einziger punkten für Murrhardt KarnsbergAuch für unser zweites Team SV Murrhardt-Karnsberg war bereits in der ersten Runde Schluss. Sie trafen auf Nordmeister SV Kriftel, der von Olympiasieger Christian Reitz angeführt wird. Mit 1:4 Punkten wurde die Partie entschieden. Der SV Kriftel schoss dabei mit einem Gesamtergebnis von 1906 Ringen als einziges Team im Viertelfinale über die magische 1900 Ringe-Grenze. Lediglich Leo Braun auf Position drei konnte seinen Punkt mit einem Ring Vorsprung nach Hause holen. Der SV Kriftel unterlag später im Halbfinale dem SV Kelheim-Gmünd und sicherte sich am Sonntag im kleinen Finale um Platz drei die Bronzemedaille.

 

Bei den Luftgewehrmannschaften war der Württembergische Schützenverband nicht vertreten, dennoch möchten wir eine unglaublich starke schießsportliche Leistung würdigen. Das junge Team von der SSG Kevelaer (Nordrhein-Westfalen) egalisiert in dieser Bundesligasaison nicht nur mehrfach den Ligarekord und setzte mit 1987 Ringen (durchschnittlich: 397,4 Ringe) eine neue Bestmarke, sie traten auch als Titelverteidiger in diesem Finale an und kämpften sich Schuss für Schuss ins Goldfinale am Sonntagmittag. Der Gegner hieß St. Hubertus Elsen – die Neuauflage des Finals aus dem Vorjahr. Und hier bot sich eine Schießsportshow, die keinen Zuschauer mehr auf seinem Sitzplatz hielt. Alle! fünf Schützen aus Kevelaer erzielten in ihrer ersten 10er-Serie maximale 100 Ringe. Erst nach 64 Teamschüssen leuchtete zum ersten Mal ein gelber Punkt auf dem Monitor auf. Am Ende besiegte die SSG Kevelaer mit 5:0 Punkten und 1985 Ringen Dauerkonkurrent Elsen und verwandelte die Göbels Hotel Arena in Rotenburg an der Fulda in eine Partyarena.

 

Wir gratulieren allen Siegern und Platzierten zu einer tollen Bundesligasaison 2019/2020 und freuen uns schon jetzt, wenn es im Oktober diesen Jahres wieder von vorne losgeht.

 

Weitere Informationen

 

Fotos: Deutscher Schützenbund

hier

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies).

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.