Es zeugt von sehr viel Verantwortungsbewusstsein, wenn sich unsere Schützen auch jetzt Gedanken machen, wie sie ihren Bedürfnisnachweis erbringen sollen und wie ggf. bei einer Überprüfung durch die Behörden verfahren wird, wenn jetzt (ohne Eigenverschulden) Lücken entstehen.

In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass natürlich klar ist, wenn kein Sportbetrieb erlaubt ist, dann ist auch kein Schießnachweis möglich. Sollte also ein Schütze von der Behörde zur erneuten Bedürfnisprüfung aufgefordert werden - Ruhe bewahren.

Wichtig ist es, alle Nachweise zu sammeln bis zum Zeitpunkt der Vereinsschließung. Der Termin der Schließung sollte bei der Einreichung von Anträgen vermerkt werden. Der Nachweis wird fortgeführt, wenn der Schießbetrieb wieder stattfindet. In diesem jetzigen speziellen Fall darf man sicher von höherer (Corona)-Gewalt sprechen, es trifft niemanden irgendeine Schuld. Bei Problemen wenden Sie sich bitte per E-Mail an den WSV.

Bei der Beantragung einer Waffe gilt gleiches wie bei der Bedürfnisprüfung, die Schießnachweise bis zur Schließung des Vereines sind entscheidend. Die Behörden arbeiten im Moment im „Sparmodus“ (wenig Mitarbeiter, kein Publikumsverkehr, wichtigere Aufgabengebiete), dazu kommt noch die Verfassungsschutzabfrage, die sehr zeitintensiv ist. Aus all diesen Gründen kommt es im Moment im Bereich Waffenrecht/ Anträge zu Verzögerungen.

Wenn es dazu kommt, dass wir längere Zeit mit dem Sport aussetzen müssen, dann werden wir schauen wie wir mit Neuanträgen umgehen (z.B. zum 01.01.2020 eingetreten, Schließung des Vereins am 15.04.). Wie groß ist die Lücke am Ende tatsächlich, wann ist der Verein wieder für den Schießbetrieb verfügbar – hier wird im Einzelfall entschieden, ggf. gemeinsam mit der Behörde. Auf jeden Fall gilt auch hier: wenn der Schießbetrieb wieder startet, sollte auch das Training sofort wieder beginnen, denn ohne Schießnachweis keine Bedürfnisbestätigung.

Bei den Wettkampfnachweisen verfahren wir ebenso. Es wird herangezogen, was aus den letzten Jahren vorliegt. Was allerdings nicht funktionieren wird ist, wenn keinerlei Nachweise von Wettkämpfen vorliegen, der Antragsteller aber behauptet: „in diesem Jahr hätte ich ganz sicher an allen Wettkämpfen teilgenommen“. Heben Sie zum Beispiel die Startkarten der Kreismeisterschaft 2020 auf und reichen diese zusammen mit den anderen Nachweisen ein.

Möchte jetzt jemand Mitglied in einem Schützenverein werden, so empfehlen wir zunächst eine schriftliche oder telefonische Kontaktaufnahme mit einem Vorstandsmitglied, bis der Besuch im Verein wieder möglich ist.

Erste Anrufe erreichten uns zum Thema Aufbewahrung der Vereinswaffen, im möglicherweise für längere Zeit geschlossenen Schützenhaus. Zunächst können wir alle davon ausgehen, dass die Aufbewahrung in unseren Vereinen von den Behörden überprüft wurde und somit voll und ganz den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Nichtsdestotrotz, und da sind wir als Verband ganz bei unseren Vereinen: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. In jedem Fall sollte regelmäßig nicht nur nach den Tresoren geschaut werden, sondern allgemein im Verein alles gecheckt werden (es könnte ja auch zu einem Rohrbruch kommen). Vor allem jetzt, wo öffentlich gemacht wurde, dass jeglicher Sportbetrieb eingestellt werden musste.

Sollten Sie der Meinung sein, dass die Waffen vorübergehend besser bei berechtigten Vereinsmitgliedern aufbewahrt werden sollten, muss das mit der zuständigen Behörde unbedingt im Vorfeld besprochen werden, bitte hier nicht eigenmächtig entscheiden!

Auch wenn die Geschäftsstelle des WSV den Publikumsverkehr vorsorglich eingestellt hat, so sind wir doch telefonisch und per E-Mail zu erreichen. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, an alle unsere Mitglieder zu appellieren: rücken wir (wenn auch im Moment nur symbolisch) wieder näher zusammen und unterstützen uns gegenseitig. Ziehen wir an einem Strang und vor allem in die gleiche Richtung.

 

Kathrin Hochmuth
Referentin für Sport und Schulung / Waffenrecht