Die WSJugend beim Zukunftskongress in Stuttgart

Der Kongress hatte das Ziel, Haupt- und Ehrenamtliche zusammenzubringen und sowohl Problem- als Zukunftsthemen zu diskutieren. Er startete am Freitag mit einem Vortrag von Zukunftsforscher Marcel Aberle zu „Megatrends und Transformation“. Dabei wurde anhand einer Trendmap deutlich gemacht, dass es beim Ehrenamt um Zusammenarbeit statt Einzelkämpfer-Mentalität geht, also „Avengers statt Superman“.
Im anschließenden Zukunftsdialog ging es um die Einbindung von Jugend und Herausforderungen, wie sie etwa bei FridayForFuture sichtbar wurden, wo sich Ortsgruppen mit der Zeit auflösten, und andere Ausrichter einspringen mussten. Anschließend präsentierte die „Engagement Galaxy“ Organisationen aus Bereichen wie Nachhaltigkeit, Demokratiebildung und Kirchenarbeit. Besonders im Fokus: Austausch und Vernetzung, z. B. mit Projekten wie DEATER, das Gruppenverpflegung digital plant.
Mittels YourGame.info wurde ein digitales Spiel angeboten, GroundBreakers bot Workshops an, und Organisationen wie die Allianz für Beteiligung sowie die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt präsentierten Fördermöglichkeiten.
Nach einem Abendessen folgte ein Beitrag vom Talk-Projekt, bevor die Teilnehmenden zwischen einem Escape Room und Spielen der AWO wählen konnten. Angelika entschied sich für den Escape Room des Landesjugendrings und diskutierte anschließend bis spät in die Nacht über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Sport, Kirche und Blaulichtgruppen.
Am Samstagmorgen startete der Kongress mit Engagement Talks und Labs. Angelika besuchte das LAB „Herausforderungen bei der Mikro-Generationen-Übergabe“, bei dem es um den Übergang in selbstorganisierten Kleingruppen ging. Die Teilnehmenden erarbeiteten interaktiv, wie Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt werden kann und warum das Ende von Gruppen manchmal sinnvoll ist.
In der zweiten Session widmete sich Angelika dem Thema „Social-Media-Funnel verstehen“. Es ging um Strategien, Zielgruppen und die Bedeutung einer Fehlerkultur in sozialen Medien. Die Teilnehmenden diskutierten, wie junge Menschen über Instagram & Co. besser erreicht werden können und wie man seine Social-Media-Beiträge, auch wenn diese nicht beim ersten Mal perfekt sind, nach und nach anpassen kann. Auch hier stand der Austausch im Fokus, sowohl während der Sessions als auch beim abschließenden Mittagessen.
In der dritten Session nahm Angelika am Workshop „Belastungsmanagement im Ehrenamt“ teil. Es wurde thematisiert, wie oft wenige Personen eine unverhältnismäßig große Arbeitslast tragen, weil bei Hilfsanfragen immer dieselben gefragt werden. Eine zentrale Erkenntnis war, dass Selbstreflexion notwendig ist, um ein gutes Vorbild zu sein – manchmal kann ein „Nein“ die bessere Antwort sein. Mentoring wurde als Möglichkeit hervorgehoben, jungen Ehrenamtlichen den Einstieg zu erleichtern. Kritisch wurde angemerkt, dass Fördermöglichkeiten seitens des Landes begrenzt sind und es keine bezahlte Freistellung für Ehrenamtliche gibt, was oft zu zusätzlicher Belastung führt, da Urlaubstage aufgebraucht werden müssen.
Der Zukunftskongress endete schließlich um 15 Uhr mit einer gemeinsamen Reflexion der wichtigsten Erkenntnisse und Ergebnisse und einen Ausblick auf die Zukunft des Engagements in Baden-Württemberg.

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